Schwerpunkt Essstörungen

Essstörungen wie Magersucht (Anorexia nervosa), Ess-Brechsucht (Bulimia nervosa), Esssucht (Binge Eating), unspezifische Ess-Sucht mit Adipositasfolge (Fettleibigkeit) sowie frühkindliche Essstörungen sind weit verbreitet. Deshalb sind ein frühes Erkennen und eine schnelle Behandlung wesentlich für den Behandlungserfolg.

Ich unterstütze Kinder- und Jugendliche dabei zu erkennen, das sie eine Essstörung haben, um welche Essstörung es sich handelt (Magersucht Anorexia nervosa), Ess-Brechsucht (Bulimia nervosa), regelmässige Heisshungerattacken (Binge-eating-disorder), unspez. Ess-Sucht mit Adipositasentwicklung, ob Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) vorliegen und um welchen Schweregrad der Erkrankung es sich handelt.

Am Anfang geht es um die individuellen Entstehungs- und Auslösebedingungen. Wir analysieren das Essverhalten und sammeln Informationen über deren Funktionalität. Im zweiten Schritt wenden wir uns den familiären Entstehungs- und Auslösebedingungen zu, sowie deren unbewussten aufrechterhaltenden Bedingungen und der Analyse von Co-Abhängigkeiten zu. Je nach Ergebnis kommen verschiedenen Behandlungsmethoden und -strategien zum Einsatz. Erlernen von Selbstkontroll-Strategien zum Umgang mit negativen Emotionen und / oder Training der Sozialen Kompetenzen (Abgrenzen, Rechte durchsetzen, Kritik üben und annehmen,…)stehen im Vordergrund. Häufig in Form von Einzeltherapie, bei Notwendigkeit u. U. in Form von Gruppentherapie und / oder Familientherapie.

Ich arbeite im Sinne der systemisch-lösungsorientierten Therapie und Beratung. Ich gehe davon aus, dass jedes belastende Verhalten wie zum Beispiel Kontrollverlust beim Essen auch im Zusammenhang mit der Umgebung steht und für das Wohlergehen der betreffenden Person einen bestimmten Zweck erfüllt, zum Beispiel Stress- oder Spannungsabbau. In diesem Sinne verstehe ich jedes Verhalten als den Versuch, sich mit inneren und äußeren Gegebenheiten zu arrangieren und zentrale Bedürfnisse zu erfüllen.

Bei der Lösungsfindung spielen Ihre Stärken und Ressourcen eine wesentliche Rolle. Lösen kann verschiedene Aspekte beinhalten: einen Ausweg finden für eine bislang schwierige Situation, sich von etwas lösen (z.B. einer Person, einer Identifikation) sowie etwas aus dem Unbewussten lösen, wodurch man fähig wird, bewusst Einfluss zu nehmen und sich zu entwickeln.

Entwicklung liegt oft auch in der Art wie wir mit uns selber umgehen. Die wichtigste Veränderung ist dann, sich selbst mit liebevoller Zuwendung zu behandeln anstatt sich abzuwerten. Dadurch verwandelt sich vieles. Die persönlichen Stärken kommen deutlicher zum Ausdruck und Schwächen verlieren an Bedeutung. In Beziehungen entsteht mehr Wohlwollen und Verbindung.

Entfaltung bedeutet, Schichten ungünstiger Konditionierungen und Glaubenssätze los zu lassen und unsere tiefere Natur zu entdecken. Die Frage: ,Wie sollte ich sein’ verwandelt sich in: ,Wie bin ich – Was fühle ich? Was ist mein Bedürfnis’. Dadurch können sich Symptome auflösen und Beziehungen konstruktiver werden.

Gemeinsam vereinbaren wir, welches Ziel Sie erreichen möchten. Sollte sich zeigen, dass andere Personen (PartnerIn, Mutter, Vater, Geschwister etc.) zur Erreichung Ihres Ziels hilfreich sein könnten, kommen auch Sitzungen zu zweit, dritt oder mehr in Frage.

Je nach Situation und Wunsch integriere ich auch körperorienterte Methoden oder verschiedene kreative Mittel. Insbesondere Rollenspiele und Skulpturen können helfen, unbewusste Verhaltensmuster zu erkennen und mit neuen zu experimentieren. Je nach Wunsch gebe ich Ihnen auch verhaltenstherapeutische Anregungen für die Zeit zwischen den Sitzungen, damit Sie lernen, das Erkannte im Alltag umzusetzen.

Ich sehe eine Essstörung als ein Zeichen und Ausdruck von einer selbst gewählten Bewältigungsstrategie im Umgang mit persönlichen Problemen und Ängsten. Kindern und Jugendlichen soll es mit therapeutischer Unterstützung möglich werden, ihre Essstörung bewusst wahrzunehmen und die dahinter stehenden Konflikte und Lebensthemen gezielt zu behandeln sowie neue Lösungsstrategien zu entwickeln. Dabei ist die Übernahme der Eigenverantwortung durch den Patienten sehr wichtig und die begleitende Behandlung bei zusätzlich bestehenden Komorbiditäten (häufig Depressionen, Zwangserkrankungen, Angsterkrankungen und Phobien) bzw. Symptomen (wie Selbstverletzungen). Hierbei ist die regelmäßige Einbindung von Systemischer Familientherapie sehr häufig die notwendige Voraussetzung zur erfolgreichen Rückfallprophylaxe.

Sollte die Zusammenarbeit mit einer anderen Fachperson (ÄrztIn, ErnährungspsychologIn, KörpertherapeutIn o.a.) angezeigt sein, initiiere ich dies gern mit Ihrem Einverständnis. Ich verpflichte mich sonst den Ethik-Richtlinien und unterstehe der Schweigepflicht.

Unsere gemeinsamen Ziele sind:
Normalisierung des Essverhaltens
ausreichende und ausgewogene Ernährung
stabiles Körpergewicht
Stärkung des Selbstwertgefühles und der Körperakzeptanz
Entwicklung alternativer Handlungsmöglichkeiten in Problem- und Konfliktsituationen
Verbesserung der Konflikt- und Beziehungskompetenz
Ausbau und / oder Wiederherstellung der Wertschätzung innerhalb des Familiensystems

Salvador Dali:
„Am liebsten erinnere ich mich an die Zukunft.“